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Im Zuge der aktuellen Finanzkrise und den damit verbundenen Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten, rücken Anleihen wieder verstärkt in den Fokus der privaten Anleger.

In der vergangenen Phase des konjunkturellen Aufschwungs und aufgrund des großen Renditepotentials von Aktienanlagen führten Anleihen lange Zeit ein Schattendasein. Doch spätestens seit den ersten Bankenpleiten ziehen die meisten Privatinvestoren Anleihen Aktien vor. Der Hintergrund dieser Entwicklung ist der große Sicherheitsvorteil, den die Investoren in der Geldanlage in Anleihen sehen.

Grundsätzlich funktioniert eine Anleihe nach einem einfach zu verstehenden Prinzip:
Ein Anleger zeichnet eine Anleihe und überlässt dem Anleihegläubiger den nominalen Betrag, auf den die Anleihe lautet. Mit diesem Geld kann der Anleihegläubiger beispielsweise Investitionen tätigen, den laufenden Geschäftsbetrieb finanzieren oder Kredite ablösen. Eine Anleihe ist also eine Schuldverschreibung, bei der der Anleger Gläubiger und das Unternehmen Schuldner wird. Der Anleiheschuldner zahlt dem Gläubiger (Anleger) in der Regel einen jährlichen Zins, welcher in der Regel für die gesamte Laufzeit der Anleihe fix ist und von der Bonität des Schuldners abhängig ist. Normalerweise sind Anleihen weder vor-, noch nachrangige Verbindlichkeiten. Anleihen werden oftmals auch als Obligationen oder Renten/Rentenpapiere bezeichnet.

Die Sicherheit einer Anleihe kann an Hand einiger Faktoren eingeschätzt werden. Als besonders wichtiges Kriterium für die Bewertung des Ausfallrisikos ist die Ratingeinstufung durch verschiedene Ratingagenturen. Diese bewerten die Schuldnerqualität von Anleihegläubigern und bieten dem Anleger eine wichtige Orientierungshilfe bei der Anlageentscheidung. Anleihen von Unternehmen mit dem sogenannten "Investment Grade", haben ein besonders geringes Ausfallrisiko. In vielen Fällen liegt dieses sogar unter 0,001 Prozent. Die Finanzkrise hat zwar gezeigt, dass Anleihen kurzfristig unter Druck geraten können, allerdings kam es bisher nur selten zu erheblichen Ausfällen bei soliden Unternehmen. Auch historisch betrachtet ist ein Ausfall einer AAA gerateten Anleihe absolut selten. Eine breite Streuung über mehrere verschiedene Anleihen sollte aber in jedem Fall erfolgen, nur dann ist die Anlage in Anleihen wirklich verlustsicher.

Ein weiterer Hinweis auf das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko bietet die aktuelle Rendite der fokussierten Anleihe. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite einer Anleihe ist, desto höher wird das Ausfallrisiko durch die Marktteilnehmer eingeschätzt. Zwar stellt auch dies kein verlässliches Kriterium für eine Anlageentscheidung dar, ist aber ein wichtiges Indiz für das Risiko des Produktes. Ein Rendite, die deutlich über gängigen Tagesgeldsätzen liegt, ist aber keinesfalls bedenklich, sondern kann regelmäßig und sicher erzielt werden.

Die Rendite einer Anleihe ergibt sich grundsätzlich aus dem Preis und der Höhe des Zinssatzes, mit dem der Schuldner den Nominalbetrag verzinst. Die meisten Anleihen großer Emittenten werden an den deutschen Börsen gehandelt und werden täglich gepreist. Eine Anleihe mit einem Kupon von 5 Prozent kann also bei gleicher Laufzeit durchaus höher rentieren, als eine Anleihe mit einem Kupon von 7 Prozent, wenn diese prozentual deutlich tiefer unter dem Nominalbetrag liegt als die Anleihe mit dem höheren Kupon.

Der besondere Vorteil von Anleihen ist, dass der Anleger genau weiß, zu welchem Kurs seine Anleihe am Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird. Gerade nach den jüngsten Kursabschlägen bei vielen Anleihen, ergeben sich in diesem Bereich bessere Chancen als am Aktienmarkt. Denn bei einer Aktienanlage kann der Anleger nie wissen, wie viel seine Anteile in 3,5 oder 10 Jahren wert sind. Hier bieten Anleihen ganz erhebliche Vorteile.

Besonders sicher sind sogenannten Pfandbriefe. Bei diesen Produkten stellt die ausgebende Pfandbriefbank den Gläubiger dar. Die Ausfallrisiken bei diesen Produkten sind im Allgemeinen minimal. Ein besonders wichtiges Sicherheitsmerkmal ist die zusätzliche Besicherung durch eine Pfandsache. Im Insolvenzfall kann diese verwertet werden und sichert die Rückzahlung des Pfandbriefes. Anleger, die auf eine maximale Sicherheit bei der Anlage in Anleihen setzen möchten, können in Staatsanleihen investieren. Diese werfen zwar tendenziell eine deutlich niedrigere Rendite ab als normale Unternehmensanleihen, allerdings gelten sie als die sicherste Anlage, die man in der Bundesrepublik Deutschland erwerben kann.